Modersitzki Werft

Hafen bei Maasholm (Maasholm-Bad)

Zuletzt bearbeitet 06.04.2022 um 23:25 von Charlesg, Offline

Breite

54° 41’ 8.9” N

Länge

9° 59’ 16.8” O

Beschreibung

Beliebter und idyllischer Werft- und Yachthafen am Wormshöfter Noor.

NV. Hafenlotse

Navigation

Vom Schleifahrwasser hält man zunächst nordwärts an den grünen Pricken vorbei auf ca. 2,3m Wassertiefe ins Wormshöfter Noor. Freihalten muss man sich dabei von der Untiefe (1,8m) dicht NNE-lich des Tonnenpaares 17/18 sowie der untergegangenen Insel Klein Flintholm. Die Zufahrt zu den Liegeplätzen erfolgt von Norden her. Wegen fehlender Befeuerung ist die Ansteuerung des Hafens nur tagsüber zu empfehlen.

Liegeplätze

Die Steganlage bietet 80 Liegeplätze mit Wassertiefen bis 2,5m. Gäste können auf freien Plätzen (grüne Schilder) vor Heckpfählen festmachen. Die Anlegemöglichkeiten weiter nördlich im Noor sollten nur mit Ortskenntnis angelaufen werden.

Ankerplatz: Beliebte Ankerplätze auf 2 bis 2,5 m Wassertiefe finden sich nördlich des Hafens.

Versorgung

Ausser den üblichen Hafeneinrichtungen gibt es Werft und Motorenservice (10t-Kran), weitere Versorgungsmöglichkeiten in Maasholm. Trotz der benachbarten Werft geht es hier wesentlich beschaulicher zu, als in der großen Marina am Schleifahrwasser. Ein Bäckerladen sowie ein kleiner Kaufmansladen bieten Grundversorgung. Eine Reihe von guten Fischrestaurants runden das Angebot ab.

NV. Landgangslotse

Die Halbinsel Oehe, auf der Maasholm liegt, war ursprünglich eine Insel zwischen zwei Schleiverbindungen zur Ostsee. Um 1770 wurde im Norden beim Gut Oehe ein Deich geschaffen, anschließend ein Damm gebaut und somit 100 Hektar fruchtbares Land gewonnen. Jedoch ging das Land bei einer Sturmflut wieder verloren. Erst Anfang dieses Jahrhunderts waren die Trockenlegungsversuche erfolgreich, und die Insel Oehe wurde endgültig zur Halbinsel. Der unmittelbare Vorgänger Maasholms, das kleine Maas oder Maes nordöstlich vom heutigen Dorf, hat nach den Worten von Gemeindechronist Horst Franzen nur wenige Jahrzehnte existiert. Er schreibt in seiner Chronik über Oehe‑Maasholm, daß das Adelshaus Gottorf „den auf den Maas wohnende“ 1663 verbietet, den Fischfang im Schleimündungsgebiet zu behindern.

Vom Nordostwind verursachte Fluten setzten der Fischersiedlung alten Überlieferungen zufolge so zu, daß die Bewohner schon 20 Jahre nach der Dorfgründung aufgaben und um 1700 das neue Dorf Maasholm auf der westlichen Höhe anlegten. Den Gutsuntertanen der neuen Siedlung wurde durch königliche Verfügung das Recht auf Fischfang im Olpenitzer Noor und der Schlei zuerkannt.

Das Meer bestimmt als einzige Exi­stenzgrundlage in den folgenden 100 Jahren die Geschichte Maasholms. Immer mehr verlegen sich die Bürger auf den Handel und die Frachtensegelei. 1835 zählt das Dorf bereits eine Flotte von 29 Schiffen. Aber der Aufschwung kam erst durch den Bau der künstlichen Schleimündung durch den Olpenitzer Landarm zustande. Die Versandung der alten Schleimündung hatte den Seefahrern immer mehr zu schaffen gemacht (siehe auch Schleimünde). Der Gemeindechronist schreibt, daß der große Schiffsverkehr sogar einen königlichen Zollkontrolleur in Maasholm erforderte.

Besonders wichtig war für die Maasholmer der Handel mit Kopenhagen. Als dort Brücken gebaut wurden, ließen sie ihre Masten daher in Klappmasten umwandeln, denn die Waren wurden dort nicht am Kai entladen, sondern meist in den Stadtkanälen direkt vom Schiff verkauft ‑ eine Prozedur, die Wochen dauern konnte. Wegen der engen Handelsverbindungen zu Kopenhagen bedeutete der deutsch‑dänische Krieg von 1864 (das Herzogtum Schleswig wurde preußisch) den Niedergang der Maasholmer Frachtensegelei.

Die neue Erwerbsquelle lag auf der Hand oder schwamm besser gesagt vor der Haustür. Die seemännische Erfahrung der Bewohner machte Maasholm schnell zu einem der bedeutendsten Fischerorte an der Ostseeküste. Brasse, Plötze, Zander, Hecht, Hering, Aal, Barsch, Lachs und Schleie wurden und werden zum Teil noch allein aus der Schlei gefischt.

Nur der Dorsch ist nicht mehr bereit, einen Ausflug in die Schlei zu machen, weil er nach der Sage hier schlechte Erfahrungen gemacht hat. Dabei soll er sich in der Schlei so wohl gefühlt haben, daß die Fischer Mühe hatten, einmal etwas anderes zu fangen als Dorsch, was natürlich zu gähnender Langeweile an den Eßtischen der Schleihaushalte führte. Ein bitterböses Mädchen, das besonders oft Dorsch essen mußte und wohl den Spruch leid hatte „es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“, stach einem lebenden Dorsch die Augen aus und schrie: „Hinfort mit Dir, Du ekelhaftes Schuppentier,“. Die grausame Behandlung sprach sich schnell unter den Dorschen herum, und innerhalb kürzester Zeit ward kein Dorsch mehr in der Schlei gesehen. Seit dieser Zeit essen die Menschen an der Schlei hauptsächlich Hering, behaupten böse Zungen wahrscheinlich so lange, bis eines Tages ein herzloses Mädchen …..

Noch immer gibt es in Maasholm vorzüglichen Fisch zu kaufen, und in den Restaurants stehen Fischspezialitäten auf der Speisekarte. Dennoch ist die Bedeutung des Fischfangs – gemessen an vergangenen Tagen – deutlich zurückgegangen, und der Tourismus tritt als Einnahmequelle mehr und mehr an seine Stelle. Verwunderlich ist die touristische Anziehungskraft nicht, denn das malerische kleine Fischerdorf, das von Land nur über eine Dammstraße zu erreichen ist, hat viel von seinem ursprünglichen Charakter bewahren können. Vor allem ist die Westerstraße mit dem typischen Kopfsteinpflaster sowie alten Fachwerk‑ und Reetdachhäusern ein Aushängeschild des Ortes. Sie verläuft fast genau in Nord-Süd-Richtung. Je weiter man im Dorf nach Osten kommt, desto mehr Neubauten trifft man an, die sich nicht in das ansonsten homogene Bild fügen. Dagegen paßt die 1952 errichtete St.-Petri‑Kapelle am Ende der Westerstraße hervorragend in das Ortsbild.

Der empfehlenswerte Rundgang um Maasholm führt an der Kirche vorbei und am Ufer des Wormshöfter Noores entlang, wo sich unterhalb des Fußweges die alten Kahnstellen der Fischer aneinanderreihen. Das Wormshöfter Noor war einmal die nördliche Schleiverbindung zur Ostsee. Naturfreunde können zu Fuß zum Naturerlebniszentrum (NEZ) oder ins Vogelschutzgebiet Oehe-Schleimünde wandern, welches allerdings nur im Rahmen der Führungen betreten werden darf. Zu diesen lädt der Vogelwart des Vereins „Jordsand“ in der Saison täglich um 10 Uhr (außer montags) ein. Im NEZ finden regelmäßig Veranstaltungen der Reihe „Maasholmer naturwissenschaftliche Vorträge“ statt.

Maasholm Bad, rund zwei Kilometer nördlich von Maasholm gelegen, ist eine reine Ferienhaussiedlung modernen Zuschnitts, die man nicht unbedingt gesehen haben muß. Das nördlich davon gelegene Gut Oehe ist jedoch einen Spaziergang wert. Der Wanderweg dorthin führt an der Ostsee entlang. Auf dem Gutsgelände findet man im früheren Pferdestall nun ein Café & Bistro. Laut Gemeindechronik war hier früher mal eine Prinzessin aus Tahiti Gutsherrin. Auf ihre Thronrechte (auf Tahiti gilt die weibliche Erbfolge) hatte Margret Terii nui (große Fürstin) tahurai Marama tepau Brander verzichtet, um den reichen Großkaufmann Schlubach zu heiraten. Der war als mittelloser Seemann auf ähnliche Weise zu Geld und Ruhm gekommen wie der Geltinger Baron Sönke Ingwersen (siehe Gelting). Im Alter von 20 Jahren, so schreibt Gemeindechronist Horst Franzen, segelte Schlubach 1856 allein (!) und ohne Vermögen auf einer kleinen Bark um das Kap Hoorn nach Valparaiso, wo er mit seiner kleinen Handelsfirma Schlubach u. Co. schnell Karriere machte und schließlich im Jahre 1872 zum Kaiserlich Deutschen Generalkonsul für Chile ernannt wurde. Mit einem Vermögen von 25 Millionen Mark kam er in seine alte Heimat zurück, kaufte das Gut Oehe und ließ es als Sommerresidenz für seine große Familie herrichten. Es soll keine Seltenheit gewesen sein, daß im Gutshause 40 Personen zu Tisch saßen.

Es befindet sich im Hafenbereich ein wunderschöner grosser Spielplatz, wo die Kinder ungestört und in Ruhe spielen können.

Maasholm ist Heimathafen für das Seenotrettungsboot HELLMUT MANTHEY. Gegenüber dem Liegeplatz des Seenotrettungsbootes befindet sich eine Anlegestelle für Schlei-Ausflugsdampfer.

Hafeninformation

Max. Tiefe 2.2 m

Kontakt

Telefon +49 151 17772622
Email Please enable Javascript to read
Webseite http://www.bootswerft-modersitzki.de

Versorgung

Strom

Wasser

Toilette

Dusche

Restaurant

Imbiss

Kran

Geldautomat

Internet

Einkaufen

Werft

Öff. Verkehr

Müll

Kommentare

Woy_m, Equinox
Gut geschützt, gute Sanitäranlagen
08.09.2021 13:13
Hippodackl, Hippodackl
Komme seit rund 40 Jahren in diesen kleinen gemütlichen Hafen, den wir sehr schätzen gelernt haben. Vieles wurde den Gegebenheiten angepasst, nicht jedoch die Stromversorgung, die mit einer Absicherung auf 4 Ampere für die Gästeanschlüsse nicht mehr zeitgemäß ist (mein Batterielader allein hat die Sicherung schon ausgelöst). Darauf höflich angesprochen, reagierte der Hafenmeister sehr unwirsch und unfreundlich. Zitat: "Dann müsst ihr halt woanders hinfahren", hier ändern wir nichts. Nebenbei: die abgeschlossen Steckdosen der Dauerlieger sind alle mit 16A abgesichert. Da fühlt man sich Gast richtig wertgeschätzt.
19.07.2021 10:00
Postertag, Zephyr
06.11.2020 00:10
Mqfeld, CHANGES
Sehr gemütlicher und gut geschützter Yachthafen. Sehr ordentliche Sanitäranlagen. Dem großen Yachthafen Maasholm definitiv vorzuziehen!
11.06.2020 09:55

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