Haddeby

Hafen bei Busdorf

Zuletzt bearbeitet 04.08.2021 um 23:15 von NV Charts Team

Breite

54° 30’ 6.1” N

Länge

9° 34’ 5.9” O

Beschreibung

Kleiner Yachthafen des TuS Busdorf-Sportbootsparte am Südufer der Schlei gegenüber von Schleswig.

NV. Hafenlotse

Navigation

Von der Tonne H 2 oder der Nordkardinaltonne „Haddeby N“ direkt in den Hafen einlaufen. Die Einfahrt ist nachts beleuchtet.

Liegeplätze

Der Yachthafen bietet Gästeplätze (grün markiert) auf 2,5m Wassertiefe.

Versorgung

Verkehrslärm durch die nahegelegene Bundesstraße 76. Der Fußweg zum sehenswerten Wikingermuseum Haithabu beträgt ca. 500m. Das Haddebyer Noor ist landschaftlich sehr reizvoll und bietet viele Wanderwege und Sehenswürdigkeiten. Eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten auf dem Campingplatz.

Bus und Fähre nach Schleswig.

Kran 6,3t

NV. Landgangslotse

Die Attraktion ist hier das Wikinger Museum am Haddebyer Noor, unweit des Anlegesteges. Ein mächtiger, bis zu zehn Meter hoher Ringwall zeugt heute noch von der einstigen Größe und Bedeutung der Wikingerstadt an der Schlei. Geschichtsforscher betrachten sie als das wahrscheinlich wichtigste wikingerzeitliche Handwerks‑ und Handelszentrum Nordeuropas.

Der Name Haithabu bedeutete „auf der Heide gelegen“. Der zweite Name des Wikingerortes lautete Sliaswich, heißt an der Schlei liegend, und findet sich im heutigen Schleswig wieder.

Ein arabischer Händler, der Haithabu zu seiner Blütezeit zu Gesicht bekam, nannte den Ort eine „sehr große, am äußersten Ende des Weltmeeres gelegene Stadt“. Im übrigen aber war lbrahim ibn Ahmed at‑Tartuschi vom Kalifat in Cordova, der im zehnten Jahrhundert schriftlich festhielt, was er sah, enttäuscht. Seine Kulturkritik fiel vernichtend aus. Den Gesang der Männer verglich er mit dem Gebell von Hunden und schrieb voller Abscheu über das Schlachten der Opfertiere, die vor die Türen der Häuser gelegt wurden, damit jeder davon Notiz nahm. Mit Ausnahme weniger Christen seien die meisten Einwohner Anbeter des Hundsternes. Als Araber war er von der nahezu gleichberechtigten Rolle der Frau erschüttert. Dass die Scheidung in der Hand der Frauen läge, war jedoch eine glatte Fehlinterpretation der Gebräuche. Wahrscheinlich ‑ so vermuten Historiker heute ‑ war der verwirrte Araber Zeuge des Festes der Sommer‑Sonnenwende. Dabei floß das Blut der Opfertiere tatsächlich in Strömen, und die Männer begegneten ihren Frauen an diesem Tag mit besonderem Respekt.

Einem noch größeren Mißverständnis saß der Fremde auf, als er schrieb, dass Neugeborene ins Meer geworfen würden, um Ausgaben zu sparen. In Wirklichkeit war es so, dass schwache oder verkrüppelte Kinder ausgesetzt oder getötet werden durften, wenn der Mann so entschied. Hob der Mann das ihm vor die Füße gelegte Kind jedoch auf, dann musste er es großziehen. Für den Händler aus dem Orient war außerdem enttäuschend, dass man der Stadt den Reichtum nicht ansah. Kein Wunder: Er war den Luxus der Mittelmeerstädte gewöhnt und konnte mit den Lehmhütten nicht so recht etwas anfangen. Für die Wikinger aber war entscheidend, dass sie ihre Häuser nach Bränden schnell wieder aufbauen konnten. Als ein reicher Mann galt, wer ein gutes Schiff besaß und viel Schmuck gesammelt hatte. Als wohlhabend galt zum Beispiel, wer alle seine Speisen mit Salz würzen konnte, denn Salz war teuer wie Gold.

Mehr über das 5000 Einwohner zählende Haithabu, die Raubüberfälle der Wikinger und die waghalsigen Handelsfahrten erfährt man im Museum am Noor. In der von einem, Süßwasserbach durchzogenen Stadt lebten Seefahrer, Piraten, Händler, Kaufleute, Schmiede, Kunsthandwerker, Tischler und natürlich Bootsbauer. Sie ernährten sich von Getreide, Obst, Fisch, Rind­ und (am liebsten) Schweinefleisch.

Sie wohnten in aus Schilf, Lehm und Holz gebauten Häusern, kleideten sich in gewebte und gefärbte Tuni­ken, schmückten sich mit wertvollen Armreifen, Ringen und Ketten und lauschten am Abend den Heldenepen der Dichter und Sänger. Mehrere Wikingerhäuser wurden als Siedlungsausschnitt in Originalgröße zwischen 2005 und 2008 innerhalb des Ringwalls, der die frühere Siedlung Haithabu umgab, am Schleiufer errichtet. Dabei kamen die früheren handwerklichen Fertigungsmethoden zur Anwendung. In den Sommermonaten wird auch das frühere Handwerk in der Siedlung durch leibhaftige Handwerker in originaler Wikingerkleidung dargestellt und vorgeführt.

Im Museum steht unter anderem ein Nachbau eines im früheren Wikingerhafen gefundenen Schiffes. Ein Stadtmodell zeigt, wie der einstige Handelsort ausgesehen hat. Zahlreiche Funde, von denen viele erst in jüngster Zeit aus dem moorigen Grund der Schlei geborgen wurden, sind zu besichtigen. Außerdem verdeutlicht eine Filmvorführung die langwierigen und komplizierten Ausgrabungsarbeiten des Schiffsfundes. Ein Besuch des Museums lohnt sich unbedingt, zumal auch die Wikingerzeit insgesamt beleuchtet wird.

Mehrere in der Umgebung von Haithabu gefundene Runensteine geben Auskunft über die königlichen Geschlechter und namhafte Krieger, die bei Haithabu gegen Ende des 10. Jahrhunderts den Tod fanden. So weisen der Skarthi ­und der Erik Stein auf die Gefolgschaft des Königs Sven Gabelbart hin. Der Wikingerhäuptling Skarthi war vermutlich mit König Sven zusammen in England auf Kriegszug gewesen. Mit der Errichtung des Runensteines dokumentierte er, wie sehr er seinen Gefolgsmann geschätzt hat: „König Sven setzte den Stein für Skarthi, seinen Gefolgsmann, der nach Westen gefahren war, aber nun den Tod fand bei Haithabu“.

Den Erik‑Stein ließ Svens Gefolgsmann Thorulf für seinen Kampfgefährten Erik aufstellen, um dessen Vorzüge als Schiffsführer und Krieger der Nachwelt zu überliefern: „Thorulf errichtete diesen Stein, der Gefolgsmann Svens, für Erik, seinen Genossen, der den Tod fand, als die Krieger Haithabu belagerten, und er war ein Steuermann, ein sehr angesehener Krieger“.

Eine Wanderung um das Haddebyer Noor herum ist unbedingt zu empfehlen. Angesichts der heute noch existierenden Wälle von Haithabu kann man sich eine Vorstellung von der einstigen Größe des Handelszentrums der Wikinger machen.

Trotz der Nähe zum Wikingermuseum ist Haddeby wegen des starken Verkehrslärms der Bundesstraße 76 kein idealer Liegeplatz. Außerdem ist es um Versorgungsmöglichkeiten schlecht bestellt.

Ein Campingplatz mit Kiosk und ein Gasthaus befinden sich in unmittelbarer Nähe der Bootsliegeplätze. Wer in Schleswig festmacht, kann vom Stadthafen aus mit dem Ausflugsdampfer nach Haddeby übersetzen und das Wikingermuseum besuchen, das über ein Café verfügt.

Hafeninformation

Max. Tiefe 2.4 m

Kontakt

Telefon +49 4624 1561
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Webseite https://hafen-haddeby-tus-busdorf.de

Versorgung

Strom

Wasser

Toilette

Dusche

Restaurant

Kran

Internet

Slipanlage

Öff. Verkehr

Müll

Kommentare

Frank, HEDEBY
Wunderschöner und idyllischer Hafen. Man fühlt sich hier willkommen. Wir kommen wieder und wäre Haithabu nicht so weit entfernt, wäre ein Vereinswechsel eingetreten. LG von der Haithabu
04.08.2021 23:15
Michael-peper, Reara
Sehr schöner ruhiger Hafen, die Vereinsmitglieder sind sehr freundlich und Hilfsbereit. Die Toiletten und Duschen sind sauber und man kann das Vereinshaus nutzen. Da ist eine Küche, Geschirr , Sitzmöglichkeiten, Bücher und Spiele. Sehr empfehlenswert.
26.07.2021 21:07
Dieterdenker, Anna Karina
Kleiner idyllischer Yachthafen, sehr gastfreundlich.
22.07.2021 18:11

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