Flensburg Jaichhafen

Breite

54° 47’ 25.8” N

Länge

9° 26’ 13.2” O

Beschreibung

Lebendige, alte Kaufmanns- und Hafenstadt mit dänisch-deutscher Geschichte und Kultur.

NV. Hafenlotse

Navigation

Die Ansteuerung ist Tag und Nacht unproblematisch. Zum Innenhafen hält man von Tonne 13 bzw. Tn 14 kommend zunächst auf den Feuerturm Kielseng an der Kläranlage zu (nachts weißer Sektor). Nach Passieren der Tn 15 steuert man in die Richtfeuerlinie 229° ein. Vorsicht an der Ostseite, dort stehen Deviationsdalben frei im Wasser. Das weitere Einsteuern durch die ca. 250 m breite Einfahrt in das geräumige Hafenbecken des Innenhafens erfolgt nach Sicht.

Liegeplätze


Zentral gelegene Steganlage im südl. Teil des Hafens. Gäste liegen auf grün gekennzeichneten Plätzen mit 3 – 7 m Wassertiefe. Gute Sanitäreinrichtungen.

 

Versorgung

Alle Möglichkeiten der Versorgung und Reperaturen sind in Flensburg. In Galwig ist die Segelmacherei Oleu-Segel zu finden, im Industiehafen bietet der Flensburger Yachtservice seinen Komplettservice inklusive Nautic-Shop an.

NV. Landgangslotse

Schifffahrt und Handel haben Flensburg schon im frühen Mittelalter bekannt gemacht. Dabei waren die Voraussetzungen dafür um 1200 noch sehr bescheiden: Eine Anlegebrücke und ein kleiner, von Kaufleuten der dänischen St. Knudsgilde angelegter Marktplatz bildeten den Anfang. 1284 bestätigte der dänische Herzog Waldemar IV. den Flensburgern das Stadtrecht. Nur vier Jahrhunderte später war Flensburg die reichste und – wie aus zeitgenössischen Schilderungen hervorgeht – auch die vornehmste Stadt im Herzogtum Schleswig. Die günstige geographische Lage ermöglichte vielfältige Handelsbeziehungen zu den skandinavischen Ländern und zu den deutschen Hansestädten. Flensburg wurde in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht das Tor zum Norden.

Ein Stadtmodell im Erdgeschoss des Flensburger Schifffahrtsmuseums an der Schiffbrücke 39 zeigt, wie die schleswigsche Handelsmetropole zu ihrer Blütezeit um 1600 ausgesehen hat. 200 (!) Schiffe und 6000 Einwohner zählte die Stadt an der gleichnamigen Förde in diesen Tagen.

Den Besuch des Schifffahrtsmuseums, eines ehemaligen Zollpackhauses, sollte man sich nicht entgehen lassen. Umfangreich wird über Handel und Schiffbau in der Hochzeit der Segler sowie über die Entwicklung zur Hafenstadt informiert. Der Walfang, die Westindienfahrt und die Rumherstellung sind nur einige Themen der Ausstellung. Der Flensburger Rum war nicht nur unter den Seeleuten besonders beliebt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Nebenprodukt des Rohzuckers aus den dänischen Kolonien zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Fördestadt. Rund eine halbe Million Liter sollen allein in den ersten zehn Jahren des vorigen Jahrhunderts als original Abbrand nach Flensburg gekommen sein. Weitere Ausstellungsstücke sind Schiffsmodelle, alte Fotografien und Seekarten aus der frühen Zeit der Segelschifffahrt. Dass es sich bei der Karte von Lucas Jancz Waghenaer um eine Seekarte der Ostsee aus dem Jahr 1585 handelt, ist auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Verwunderlich ist das nicht, denn es fehlten zu dieser Zeit die Kenntnisse, um die Küstenlinien exakt zu vermessen. Immerhin weist die im Museum ausgestellte Karte einige Untiefen und die groben Küstenprofile im südlichen Kattegat und den Belten auf. Eine Seekarte vom Sund und den Belten aus der Zeit von 1700 zeigt, dass einhundert Jahre später schon wesentlich kenntnisreicher zu Werke gegangen wurde.

Als Modellschiff findet sich im Museum natürlich auch das Feuerschiff Kalkgrund, das später in „Flensburg““ umbenannt wurde. Die Flensburger Schiffbaugesellschaft lieferte das Schiff 1910 an die königliche Wasserbau‑Inspektion Flensburg, die es an der Außenförde postierte. Erst 1963 wurde es durch einen Leuchtturm ersetzt. Eine Schiffszimmermannskiste aus dem 19. Jahrhundert, eine Schiffsapotheke des 18.Jahrhunderts, ein Chronometer aus der Zeit um 1840 und vieles mehr lohnen den Besuch in dem 1984 eröffneten Schifffahrtsmuseum.

Wenige Schritte vom Schifffahrtsmuseum entfernt bietet der Flensburger Museumshafen mit seinen gaffelgetakelten Schonern und Kuttern die passende Kulisse zum Museum. Im Herbst zur Zeit der Apfelernte setzen die alten Segler wie früher ihr Tuch und „versorgen“ die Flensburger mit Äpfeln, die sie in Glücksburg an Bord nehmen. Heutzutage ist die traditionelle Apfelfahrt hauptsächlich ein beliebtes Spektakel rund um den Museumshafen. Zur Rum‑Regatta treffen sich alljährlich im Mai die historischen Segelschiffe. Der Erhaltung alter Bausubstanz ist zu verdanken, dass zum Museumshafen auch das Milieu entlang der Schiffbrücke passt. Schiffsausrüster und Spelunken in engen Gassen gleich in der Nähe sorgen für die richtige Atmosphäre. Zu diesen malerischen Gassen zählt auch der berüchtigte Oluf‑Samsons‑Gang.

Überhaupt zählt Flensburg zu den sehenswertesten Städten in Schleswig‑Holstein, was auch daher rührt, dass die Stadt den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt überstand. Gelungene Sanierungen in jüngster Zeit tragen außerdem zu einem gefälligen Stadtbild bei. Beispiele dafür sind der Künstlerhof in der Norderstraße 20 bis 22 und der Kaufmannshof in der Norderstraße 86. Die Fachwerkhofflügel des Künstlerhofes zählen zu den ältesten Flensburgs. Die Anlage reicht bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück.

Das Wahrzeichen Flensburgs ist das 1595 erbaute Nordertor. Es bildete bis 1795 die nördliche Begrenzung der Stadt. Über dem Torbogen sind das dänische Königswappen von Christian VII. und das Stadtwappen angebracht. Darauf steht eine weise Erkenntnis, die schon aus den Krisen und Kriegen des Mittelalters resultiert: „Friede ernährt, Unfriede verzehrt“. Deutlich ist der Stadt anzusehen, dass sie nach einer ersten Blüte um 1600 einen weiteren Aufschwung durch die Preußen erlebte. In weiten Teilen der Stadt prägen die Bauten der Gründerzeit das Bild.

Auf dem Rundgang durch Flensburg sollten der Rummelgang, die Toosbüystraße, der Holm und die Marienstraße aufgesucht werden. Die Marienstraße war der frühere Norderkuhgang, auf dem das Vieh der Bürger täglich auf die außerhalb des Marientores gelegenen Stadtfelder getrieben wurde. Im Holm ist das Haus Nummer 19/21 besonders bemerkenswert. Hier steht der älteste erhaltene Handelshof aus Flensburgs Blütezeit vor dem dreißigjährigen Krieg. Von der Großen Straße 24 gelangt man zu einem mächtigen Zeugnis aus der Zeit der Flensburger Handelsverbindungen nach Westindien, dem großen Westindienspeicher. Der Schrangen, ein Gebäude mit einem Laubengang, in dem die Bäcker und Schlachter einst ihre Standplätze hatten, führt zum Nordermarkt. An der Giebelseite der Schrangen ist noch die Halterung für das Halseisen zu sehen, an das derjenige angekettet wurde, der üble Nachrede gegen seine Mitbürger führte. Nordermarkt und Südermarkt zählen zu den ältesten, planmäßig um 1200 angelegten Zentren der Stadt. Der Neptunbrunnen stammt aus dem Jahr 1758. Ein Besuch der Roten Straße oberhalb des Südermarktes ist zu empfehlen. Sie wird von Handwerkshöfen aus dem 18. und 19. Jahrhundert geprägt. Sehenswert ist auch die reich mit Fachwerkhäusern bestandene Kompagniestraße, die mit dem Kompagnietor endet. Es wurde 1602 vom Flensburger Schiffergelag erbaut, der Standesvereinigung der Flensburger Schiffer und Kaufleute. Im Giebel findet sich das Stadtwappen von 1603 und der Wahlspruch „Gerecht und Metich alltidt sin mit Godes Hülp bringt grodt Gewinn“ (Allzeit gerecht und mäßig zu sein, bringt mit Gottes Hilfe großen Gewinn). Am Torgebäude befinden sich die Hochwassermarken von Sturmfluten.

Das städtische Museum am Lutherplatz 1 zeigt eine reiche Sammlung zur Kunst‑ und Kulturgeschichte im Landesteil Schleswig. Außerdem ist der Silberschatz aus dem Nydamer Moor (450 nach Christus) zu sehen. Interessant ist auch eine Abfolge historischer Bauernstuben Schleswig-Holsteins aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Dem Maler Emil Nolde ist ein gesonderter Ausstellungsraum gewidmet. Die Tier‑ und Pflanzenweit in Schleswig‑Holstein ist Thema des Naturwissenschaftlichen Museums im Süderhofenden 40/42. Hier ist auch die Stadtbücherei mit Lesesaal untergebracht.

In der St. Nikolai Kirche im Süden der Fußgängerzone ist eine Renaissance‑Orgel‑Fassade zu sehen, die als die Beste im ganzen Norden gilt.

Flensburg ist besonders bei den Dänen eine beliebte Einkaufsstadt. Die Fußgängerzone ist gelungen in das Stadtbild integriert.

Wer einen Ausflug über die Padborger Grenze nach Dänemark unternimmt, hat es zum Fröslevlejrens Museum am nordwestlichen Stadtrand von Padborg nichtweit. Das Museum ist ein ehemaliges Internierungslager des Zweiten Weltkrieges. Im Hauptwachturm und einer der Gefangenenbaracken wird an die Gefangenschaft und den Zweiten Weltkrieg erinnert.

Von Flensburg aus fahren Fähren unter anderem nach Kollund, Glücksburg und Gravenstein.

Hafeninformation

Versorgung

Strom

Wasser

Toilette

Dusche

Restaurant

Einkaufen

Öff. Verkehr

Müll

Zuletzt bearbeitet
26.07.2021 um 14:45 von NV Charts Team

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Kommentare

Michael.kraetzig, Kondor
Schade, der Hafen soll sehr schön sein. Eine Reservierung ist nicht möglich. Man bekommt eine Mail das immer genug plätze vorhanden sind. Eine Telefonische Anmeldung wurde dann von dem Hafenmeister meckernd abgewiesen. Er hätte keine Liegeplätze mehr. Und legte Entnerft auf. Das hätte man einfach nett sagen können.
26.07.2021 14:45
sfieb, Blaubär
Die Stege ganz im Süden gehören zu "Im Jaich" - die nördlichen Stege gehören zum "Fischereiverein". Im Jaich ist irgendwie sehr teuer; die Preise des Fischereivereins kenne ich nicht. Wir waren Im Jaich - sehr ok, innerstädtisch halt, sanitäre Anlagen i.O.
21.07.2021 21:46
Gvonplotho, Grautvornix
Marina liegt am Ende der Förde, direkt in der Stadt, mit allen Vor- und Nachteilen. Nachts wird es erst spät ruhig da auf der Molle regelmäßig Party ist. Das Wasser nur gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt wird, ist nicht mehr zeitgemäß.
24.07.2020 12:12
Syakka, Akka
Super Marina, Innenstadt fußläufig, viel Gastronomie drumherum.
14.07.2020 20:09
Peterb, Rüm Hard
03.07.2020 18:54

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