Vitte Yachthafen Langeort

Hafen bei Hiddensee

Zuletzt bearbeitet 09.10.2022 um 16:53 von NV Charts Team

Breite

54° 34’ 18.6” N

Länge

13° 6’ 41.9” O

Beschreibung

Schöner Hauptort auf Hiddensee am Ostufer der landschaftlich reizvollen Insel. Der Yachthafen Lange Ort ist privat geführt und nur halbjährlich vom 15. April bis 15. Oktober des laufenden Jahes in Betrieb.

NV. Hafenlotse

Navigation

Die Ansteuerung von Vitte ist Ortsunkundigen nur am Tage möglich. Die Fahrwasser zu den Hiddensee-Häfen sind an den Rändern zum Teil sehr flach, Vorsicht bei entgegenkommenden oder überholenden Fahrgastschiffen ! Um nach „Langeort“ zu kommen, schwenkt man im Fahrwasser hinter Tonne 3A/S1 nach Norden in die gekennzeichnete Zufahrt. Dabei ist ein Ausguck am Bug ratsam.

Liegeplätze

Im Yachthafen „Langeort“ liegt man an einer Steganlage in Boxen. Die Wassertiefe beträgt 1,5 – 2,5 m.

Versorgung

Im Yachthafen „Langeort“ sind Sanitäranlagen, Strom, Wasser, WLAN, ein Kiosk und ein großer Grillplatz vorhanden. 

Der Ort Vitte bietet gute Versorgungsmöglichkeiten, mehrere Gaststätten, einen Supermarkt, frischen Fisch und einen Fahrradverleih. Die Inselverwaltung von Hiddensee ist
hier ansässig.

NV. Landgangslotse

Über Jahrhunderte hinweg ist Vitte ein typisches Fischerdorf gewesen. Schon der Name weist deutlich auf die Vergangenheit als eine der zahlreichen hansischen Fischhandelsplätze im Ostseeraum hin. Fitten oder Vitten wurden einst diese Fischhandelsplätze genannt.

Als das Dorf noch zu den Handelsniederlassungen der Hanse zählte waren die Lebensverhältnisse von bescheidenem Wohlstand gekennzeichnet. Mit dem Niedergang der Hanse kam die Armut, die noch um 1810 so ausgeprägt war, dass Reisende erschütterte Berichte ablieferten. Die Insellage machte es Grundherren auch nach Abschaffung der Leibeigenschaft noch leicht, die wenigen Bewohner zu unterdrücken. Alte Archive weisen aus, dass Menschen nach Stückzahlen wie Vieh  nach Belieben verkauft wurden. In überlieferten Verträgen sind sie neben Heringsfässern als Handelsware aufgeführt.

Den traurigen Nachweis, dass noch mehr Unterdrückung und Armut möglich war lieferte der neue Grundherr Ritter Wilhelm von Bagevitz ab dem Jahr 1800. Die noch verbliebenen, eigenständigen Bauern machte er zu Leibeigenen und steigerte die Abgaben und Frondienste ins Unerträgliche. Als Gustav Adolf IV. von Schweden die Leibeigenschaft aufhob, nahm der Grundherr von Bagevitz das Gesetz selbst in die Hand und tat erfolgreich alles, um aufkeimenden Widerstand zu ersticken. Selbst die Schulbildung war ihm ein Dorn im Auge. Er verweigerte jegliche soziale Unterstützung.

Der Stralsunder Theologe Gottlieb Christian Mohnike erzählte 1818 von aus Torf und Sode zusammengeklebten Behausungen, in denen bis zu drei Familien nebst Pferden, Kühen und Federvieh lebten. Damit nicht genug. In einigen der Torfkaten von Vitte wurde laut der überlieferten Reiseberichte auch noch geräuchert. Ein Schornstein aber fehlte den Rauchkaten. Der Rauch stieg durch eine Luke auf den Dachboden und musste sich dort vorbei an geräucherten Schinken und Fischen selbst einen Weg ins Freie suchen. Meist wurden die Menschen im unteren Raum allerdings mitgeräuchert und konnten, so schildert es ein Reisender, kein Auge aufmachen.

Auch der Rügen-Chronist Johann Jacob Grümbke beschreibt die armseligen Häuser 1805 in seinen „Streifzügen durch das Rügenland“ als „architektonische Stümpereien“. Dennoch hätten die „krüppelhaften Gestalten dieser Hütten mit ihren Bekleidungen von Seegras, ihrem Gemäuer von Torf oder Feldsteinen und ihren kleinen Gucklöchern, die zuweilen aus geborgenen Schiffsfenstern bestehen“, etwas Pittoreskes.

Erst 1836 änderten sich die Verhältnisse, wurde die Unterdrückung beendet, als das Stralsunder Kloster zum Heiligen Geist die Insel erwarb. Allmählich entstanden solide Fachwerk- und Steinhäuser.

Heute ist Vitte nicht nur der Verwaltungssitz Hiddensees, sondern mit 650 Einwohnern auch der größte Ort auf der Insel. Sehenswürdigkeiten sind einige gut erhaltene, reetgedeckte Fischerhäuser und das schöne Haus von Asta Nielsen. Das Gebäude der 1972 gestorbenen berühmten dänischen Filmschauspielerin liegt im Nordosten des Ortes, nahe des Yachthafens.Heute ist es ein Museum.

Auffallend sind die alten Hausmarken an den Fischerhäusern. Um 1900 konnten diese runenähnlichen Zeichen noch an der westlichen und mittleren Ostseeküste nachgewiesen werden. Heutzutage soll es sie nur noch auf Hiddensee geben. Mit den Zeichen markierten die Vitter ihre Haus- und Fischereigeräte. Noch heute sieht man Schafe mit Hausmarken auf dem Fell. Auf Grabsteinen in Kloster steht manchmal nur die Hausmarke und das Sterbejahr.

Der Fischfang steht als Einnahmequelle in Vitte heute hinter dem Fremdenverkehr zurück, spielt aber noch immer eine bedeutende Rolle. Außer Hering werden auf der Westseite Zander, Dorsch und Flunder gefangen, während der Aal sich vorwiegend östlich von Vitte aufhält. Barsch und Hecht fühlen sich östlich von Neuendorf am wohlsten. Prall gefüllte Heringsnetze, so einer Fischerweisheit von Vitte, kündigen sich durch ein Nordlicht im Frühling an.

Die kleine Fährinsel auf der Höhe zwischen Vitte und Neuendorf Plogshagen ist durch die Bäk von Hiddensee getrennt, ein etwa 200 Meter breiter, flacher Wasserarm. Die Wasserfläche zwischen Fährinsel und Rügen nennt sich Trog. Jahrhundertelang führte der Verkehr von und nach Hiddensee über die kleine Insel, also über Trog und Bäk. Die Insel ist heute gesperrtes Vogelschutzgebiet mit Wildschafen.

Darüber hinaus mussten die Fährmänner im Winter als Eislotsen fungieren, eine gefährliche Aufgabe. Dabei zog der Eislotse die Post auf einem Schlitten hinter sich her, während ihm die Reisenden in festgelegten Abständen folgten.

Die Heidelandschaft südlich von Vitte lädt zu Wanderungen ein. Auf halber Strecke zwischen Vitte und Neuendorf bietet die Gaststätte „Heiderose“ eine Verschnauf- und Stärkungsmöglichkeit.

Der Gänsewerder östlich des Gellen ist eine unter Naturschutz stehende, unbewohnte Insel.

Hafeninformation

Kontakt

Telefon +49 173 467 9250
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Versorgung

Strom

Wasser

Toilette

Dusche

Restaurant

Imbiss

Geldautomat

Internet

Einkaufen

Müll

Kommentare

Sven.sjoberg1, Kalypso
09.10.2022 16:53
Lambeck.engel, Irmchen
Immer noch teuer und die Sauna macht nur in der Frühjahrskälte Zusatzluxus, aber der neue Hafenmeister (Pächter) ist deutlich freundlicher und kommunikativer als der legendär knurrige Vorgänger. Vitte ist nicht so „heimelig“ wie Kloster und nicht so abgelegen einsam wie Neuendorf, bietet dafür die beste Versorgung (falls der Geldautomat nicht mal wieder streikt) und nach Kloster ist es ein schöner Spaziergang auf oder neben dem Deich.
27.05.2022 13:17
Peter.danisch, Stormly
. Der einzige Hafen der Ostsee mit 2 verschiedenen Steckdosen fürs Laden und sonstiges. Ziemlich teuer:2 Euro fürs Duschen '
25.08.2021 21:14
Fldw4sail, Bella
15.09.2020 09:37
Wa.schluck, Nordje
Super Hafen, gute Sanitäreinrichtung
30.07.2020 19:43
Karl.jansen, Vinco
Teuerster Liegeplatz mit unfreundlichstem Hafenmeister in der Ostsee
30.07.2020 14:29

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