Zinnowitz

Hafen bei Zinnowitz (Kappen Ausbau)

Zuletzt bearbeitet 16.07.2022 um 19:20 von NV Charts Team

Breite

54° 3’ 49.3” N

Länge

13° 55’ 5.2” O

Beschreibung

Moderner, kleiner Sportboothafen im Nordwesten des Achterwassers mit 90 Liegeplätzen.

NV. Hafenlotse

Navigation

Die Ansteuerung zum Hafen ist in der bezeichneten Zufahrt nur tagsüber zu empfehlen. Vom Fahrwasser des Peenestromes aus, vorbei an den betonnten Untiefen Hohe Schaar, Warther Haken und Trokkenort, steuert man in das unbetonnte 2–3m tiefe Achterwasser.
Nachdem man sich gut von der Insel Görmitz freigehalten hat, läuft man mit 310° auf den Kopf des Fahrgastanlegers zu und dreht dann nach Steuerbord in den Hafen hinein.

Liegeplätze

Der Hafen ist von einheimischen Sportbooten belegt, jedoch finden Gäste nach dem Ausbau zum Wasserwanderrastplatz immer eine Anlegemöglichkeit. Die Wassertiefe bei den Liegeplätzen beträgt 2,5m.

Der nordwestlich, außen am Hafen befindliche Anleger ist Fahrgastschiffen vorbehalten.

Versorgung

Dem neu gestalteten Hafen fehlt noch das gewisse Flair. Der Parkplatz geht bis zum Hafenbecken.
Ein Bistro und Restaurant sind vorhanden, gute Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Nähe.

NV. Landgangslotse

Den Beinamen „Bad der Werktätigen“ trug Zinnowitz in SED-Zeiten. Für die Partei war das Seebad ein Paradebeispiel, wie ein Ort auf den Arbeiterurlaub ausgerichtet sein muss und wie das Freizeitangebot auszuschauen hat. Mehr als in Heringsdorf oder Ahlbeck wurde im Aushängeschild Zinnowitz die Entwicklung vom einstigen Aristokraten-Seebad zum Familien-Seebad hervorgehoben.

Das heutige Angebot unterscheidet sich in Zinnowitz kaum von dem anderer Seebäder an der Ostsee-Küste: Meerwasserwellenbad, Disko, Sauna, Kegelbahnen, Kutschfahrten, Tischtennis, Computerspiele, Kioske, Strandkorbvermietungen, Backstuben, Cafés und so weiter. Nicht zu vergessen: der feinsandige Strand längs der Promenade, wo den ganzen Tag über Leben herrscht und das Motto „Sehen und Gesehenwerden“ gilt. Am Ende der Seebrücke kann man mit einer Tauchgondel in die Unterwasserwelt abtauchen.

Vom Zinnowitzer Urlaubstrubel ist im Hafen am Achterwasser weniger zu spüren. Zwei Kilometer südöstlich der Hauptstraße hatte der Zinnowitzer Yachtclub eine Oase der Ruhe geschaffen, die nach der Restaurierung und Vergrößerung des Hafens mit der Neueröffnung im Frühjahr 2011 leider nicht ganz erhalten blieb.

Die von Wolgast kommende Landstraße führt in 500 m Entfernung an den Anlegern des Hafens vorbei, weit genug, um vor dem Verkehrslärm geschützt zu sein. Der Vorteil dieses Hafens liegt auf der Hand: Man hat die Wahl, sich ins Urlaubsgetümmel zu stürzen, die Ruhe am Achterwasser zu genießen oder auf Schusters Rappen den Gnitz zu erforschen. Letzterer ist die dünn besiedelte Halbinsel südlich von Zinnowitz.

Neuendorf, Netzelkow und Lütow heißen, von Nord nach Süd, die kleinen Siedlungen des Gnitz, der den Naturhungrigen eine hervorragende Rundwanderstrecke bietet. Als zwei Etappenziele eignen sich der 32 Meter hohe „Weiße Berg“ und die Hünengräber bei Lütow, die für die Geschichtsforscher ein Hinweis darauf sind, dass der Gnitz vor mehr als tausend Jahren eines der wenigen bewohnbaren Gebiete auf Nord-Usedom war. Das von zahlreichen Seen, Sümpfen, Mooren und Wasserarmen zerklüftete Land war für Ortsunkundige ein gefährliches Terrain und schützte erst die Germanen und später die Slawen lange Zeit vor Überfällen. Später nahm die zunehmende Versandung der Flachwasserzonen und Feuchtgebiete den Bewohnern den Schutz. Die Slawen ließen sich mit den Wikingern auf einen Kampf ein, den sie verloren.

Auf der Westseite des Gnitz lädt ein schmaler Sandstrand am Fuß des Steilufers zum Sonnenbaden ein.

Sechs Kilometer südöstlich von Zinnowitz reizen außerdem das aus einer alten slawischen Siedlung hervorgegangene Koserow und der Streckelsberg zum Landausflug. Die Bahnverbindung von Zinnowitz nach Koserow führt bei Zempin direkt an der schmalsten Stelle der Usedomer Landbrücke vorbei. Nur knapp 500 m misst hier die Landverbindung zwischen dem Süden und Norden der Insel. Hier befand sich einst eine Durchfahrt zu Ostsee, die von der Hanse mit versenkten Koggen gesperrt wurde, weil der mächtige Hansebund die Konkurrenz zur See fahrender Bauern fürchtete.

Die Koggen wurden vor einigen Jahren wiederentdeckt, aber bedauerlicherweise von den Denkmalpflegern nicht gewürdigt. Nur im Garten des verstorbenen Künstlers Otto Niemeyer-Holstein sind einige Spanten der Hansekoggen zu sehen. Der bekannteste Künstler Usedoms hatte sich 1932 im Alter von 36 Jahren an der schmalsten Stelle zwischen Achterwasser und Ostsee niedergelassen. „Lüttenort“ nannte er sein neues Zuhause an der Straße zwischen Zinnowitz und den Seebädern. Der Name stammte von einem Segelboot, das ihm sein Vater einst in Kiel, seiner Geburtsstadt, geschenkt hatte und das er mit ins Achterwasser genommen hatte. Er wohnte und arbeitete hier zunächst in einem alten S-Bahn-Wagen bis er und seine Frau Annelise Schmidt genügend Geld hatten, sich ein Haus bauen zu können.

Otto Niemeyer-Holstein gelang nach wechselvollem Leben erst mit 60 Jahren der Durchbruch nach Ausstellungen in Kassel, Lübeck, Halle und Erfurt. Bis 1955 zwang ihn ständige Geldknappheit zu einem spartanischen Leben, dem er aber stets seinen Stempel aufsetzte. In jungen Jahren reiste er mit seinem Lotsenkutter „Orion“ bis in die skandinavischen Fjorde, später führten ihn Schiffsreisen bis nach China. Eine der Hauptthematiken seiner Bilder, die in der Natur und in seiner Werkstatt „TABU“ entstanden, waren die Boddenlandschaften im Wandel der Jahreszeiten. Zahlreiche Portraits und Aktzeichnungen zählen ebenfalls zu den bekannten Werken des Künstlers, den die Einheimischen respektvoll den „Maler-Professor“ nannten. Wer mehr über Otto Niemeyer-Holstein wissen möchte als die Besichtigung seiner Wirkungsstätte hergibt, dem ist ein Buch mit wiedergegebenen Erzählungen des Künstlers zu empfehlen: „Lüttenort“ von Achim Roscher.

Der Landstreifen bei Lüttenort steht für ein trauriges Kapitel der Inselgeschichte. Hier erstreckte sich ein endloses Minenfeld, dessen Räumung nach dem Krieg neunzehn Menschen das Leben kostete. Die „SS“ wollte Usedom noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges an dieser schmalen Stelle in die Luft sprengen und so zwei Teile aus der Insel machen, um den Nordteil dann besser verteidigen zu können.

„Endmoränenkomplex mit Kliffranddüne“ nennen die Geologen den beeindruckenden und auch sagenumwobenen Streckelsberg. Die mit nur 60 Metern höchste Erhebung der Insel ist von Stürmen stark bedroht, seitdem man 1820 Steine des vorgelagerten Vineta-Riffs zum Hafenbau nach Swinemünde abtransportierte. Eine zum Schutz vor den Abtragungen 1896 errichtete Ufermauer hat die Einstürze an der Steilküste zwar vermindert, aber noch immer nagen die Stürme erfolgreich am Streckelsberg, der als Naturschutzgebiet für eine Reihe von geschützten, seltenen Pflanzen bekannt ist, darunter viele Orchideen- und Hyazinthenarten.

Westlich vom Streckelsberg laden die sogenannten Salzhütten mit „Fischerstuw“ und kleiner historischer Fischfangausstellung zum Verweilen ein.

Historiker des Mittelalters erklärten das Gebiet um die Koserower Steinriffe zum Ort des Untergangs der von ihren zeitgenössischen Dichtern besungenen Stadt Vineta. Damit stützten sie die poetische Vorstellung einer unvorstellbar reichen Stadt, deren Bürger für ihre Verschwendungssucht mit einer noch unvorstellbareren Sturmflut bestraft wurden. Bis heute regt die von Sagengeschichten umwobene Stadt, auch als Lockvogel für den Fremdenverkehr, die Fantasie an, obwohl inzwischen als erwiesen gilt, dass die Stadt, in der man mit goldenen Löffeln aß, unter dem heutigen Wollin zu finden ist. Das kann der Einbildungskraft derjenigen Koserower nichts anhaben, die mit eigenen Augen gesehen haben, wie Vineta für wenige Stunden in altem Glanz aus den Fluten emporstieg. Aber das macht sie nur alle 100 Jahre am Ostermorgen. Und weil die Stadt auch unter Wasser versorgt sein wollte, ließ sie während der vergangenen Jahrhunderte viele Schiffe wie von magischer Hand gesteuert an den Vineta-Felsen zerschellen und holte sich die Ladung in die Tiefe. Den Kapitänen wird’s wohl eine willkommene Ausrede gewesen sein.

Die Sage erzählt, dass ein Schäferjunge die Stadt betreten hat, als sie an einem Ostermorgen vor ihm aus den Fluten auftauchte und die Händler ihm die kostbarsten Waren für nur einen Pfennig anboten. Mit diesem Pfennig hätte er Vineta befreien und für immer wieder an die Oberfläche holen können, aber zur großen Enttäuschung der Bewohner besaß der Junge noch nicht einmal einen Pfennig, sondern nur die Kleidung die er auf dem Leib trug.

Koserow ist auch als die Gemeinde bekannt, in der Pfarrer Wilhelm Meinhold um 1823 die Idee für seine „Bernsteinhexe“ hatte und mit dem Roman zum bedeutendsten Dichter Usedoms avancierte. In alten Kirchenbüchern soll er auf eine Niederschrift gestoßen sein, die von der Verbrennung einer Pfarrerstochter als Hexe handelte. Das brachte ihn auf den Gedanken, einen Roman über eine Hexe zu schreiben und ihn als Chronik auszugeben. Dabei war es sein Ziel , die Bibelkritik lächerlich zu machen. Am Ende machte er sich jedoch selbst lächerlich und trat aus Protest zum katholischen Glauben über. Immerhin hat man die zum Streckelsberg führende Straße nach ihm benannt.

Hafeninformation

Kontakt

Telefon +49 38375 352933
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Webseite https://www.zinnowitzer-yachtclub.de/

Versorgung

Strom

Wasser

Toilette

Dusche

Kran

Einkaufen

Slipanlage

Öff. Verkehr

Fahrräder

Müll

Abwasser

Kommentare

Fritzvoss, TEMPTATION
Guter Hafen in schöner Umgebung. In Zinnowitz schöner Strand und alle Versorgungsmöglichkeiten
30.06.2021 11:11
Ruff, RUFFINA
Die Kaikante ist mit einer Betonfarbe gestrichen, die schon bei geringer Feuchtigkeit sehr glatt wird. Lieber die Hand an die reichlich vorhandenen Edelstahl-Stangen!
06.11.2020 19:19

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